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Sassnitz - Sagen vom Königsstuhl -


Die Jungfrau am Waschstein

Unweit in der Ufernähe des Königsstuhls liegt ein gewaltiger, abgeflachter Granitblock von 22 Kubikmeter Inhalt, genannt der 'Waschstein'. Auf ihm haben 20 Männer nebeneinander Platz. Auch um diesen Findling rankt sich eine Sage: So soll alle 7 Jahre am Johannistag bei Tagesanbruch eine wunderschöne, verwunschene Jungfrau erscheinen und ihre Kleider in der See waschen. Derjenige, der dieser Jungfrau ein 'Guten Tag, Gott helfe!' zuruft, kann sie aus ihrem Bann erlösen und von ihr mit reichen, bisher verborgenen Schätzen belohnt werden. So ist der 24. Juni ein Tag, an dem jedermann besonders aufpassen sollte. Sassnitz - Insel Rügen - Königsstuhl

Die schwarze Frau in der Stubbenkammer

In der Stubbenkammer führt ein schmaler steiler Weg zur Höhle der schwarzen Frau. Sie soll seit vielen hundert Jahren dort sitzen. In der Vergangenheit soll sie einen goldenen Becher bewacht haben. Oben auf dem Felden saß eine weiße Taube. Der Sage nach sollte ein in Dänemark wegen Hochverrats zum Tode Verurteilter sein Leben retten können, wenn er diesen Becher der schwarzen Frau raubte. Als dieser die in schwarze Seide gekleidete Frau sah, schlug sie ihren Schleier zurück und klagte mit leiser Stimme: 'Wähle recht, fremder Mann! Wenn du recht wählst, so bin ich auf ewig Dein!' Der Verurteilte sah aber ausschließlich den Becher und stahl ihn. Während er floh, höre er es hinter sich seufzen: 'Weh mir, nun kann mich keiner erlösen!' Genau in diesem Augenblick verwandelte sich die weiße Taube in einen Raben, der nun dort ewig Wache hält.


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